DEAR 2020

„Die Welt steht Kopf.“, „Es kommt mir vor wie ein schlechter Film.“, „Wo ist die versteckte Kamera?“ – So oder so ähnlich fühlt sich dieses Jahr für viele Menschen an. Manchmal hat man den Eindruck, überhaupt nicht mehr Schritt halten zu können mit all dem, was in der Welt passiert. Trotzdem – oder gerade deswegen – sollte das vergangene halbe Jahr für uns Anlass sein, um zu reflektieren, was in der Welt passiert ist, wie wir damit umgegangen sind und was wir künftig besser machen wollen.

Viele von euch haben es auch in meinen täglichen Storys auf Instagram mitbekommen. Nichts war mehr wie gewohnt, jeder von uns musste sich auf die Veränderung einlassen und einen Weg finden damit umzugehen. Gerade in der Corona Zeit Zuhause habe ich mal wieder gemerkt, wie wichtig es ist, die kleinen Dinge zu schätzen und zu reflektieren wie gut wir es haben.

Mitte April 2020 fing ich plötzlich an mein „richtiges Leben“ zu vermissen. Natur, Freiheit, soziale Kontakte, Umarmungen und einfach mal spontan sein und mit der Familie auf dem Sofa sitzen. 
Dennoch haben wir versucht, auch in dieser Zeit das positive draus zu schöpfen und haben in der Ruhe wieder etwas zu uns selbst gefunden, stundenlange Gespräche geführt und Kraft getankt. Und wie sage ich immer so schön, du wirst nie einen Regenbogen sehen, der ohne Regen erschaffen wurde.


Die folgenden Ereignisse haben mich in den letzten sechs Monaten besonders bewegt, sind mir nahegegangen oder haben mich zum Nachdenken gebracht. 

Krefelder Zoo:

Im Krefelder Zoo wurde in der Silvesternacht durch eine verbotene Himmelslaterne ein Brand im Affenhaus ausgelöst, bei dem fast alle tierischen Bewohner umkamen. Zwei Schimpansen und die Gorilla-Familie überlebten wie durch ein Wunder und haben sich inzwischen seelisch und körperlich von der Schreckensnacht erholt. 

Brände in Australien:

Ende 2019 und Anfang 2020 wüteten die jährlichen Buschbrände in Australien schwerer als jemals zuvor. Schätzungen zufolge kamen mehr als 1 Milliarde Tiere dabei ums Leben. Menschen rund um die Welt spendeten hunderte Millionen von Dollar, um Menschen, Tiere und Ökosysteme zu retten und wieder aufzubauen. 

Erste deutsche Corona-Infizierte:

Ende Januar wurde in Deutschland der erste Fall einer Ansteckung mit dem neuartigen Corona-Virus bestätigt. Ein paar Wochen später brachte das Virus die Welt zum Stillstand. 
Der Coronavirus hat den Alltag für viele von uns so ziemlich auf den Kopf gestellt. Denn für die meisten hieß es erstmal: Zuhause bleiben! #stayathome
Auch wenn vielen dabei die Decke auf den Kopf gefallen ist, war es wichtig für unsere Mitmenschen und für uns selbst die Maßnahmen ernst zu nehmen.
Vielleicht kann sich der ein oder andere noch erinnern. Um die ungewollte Zeit zuhause sinnvoll und kreativ zu gestalten habe ich einen Story Wochenplan erstellt, das hat unheimlich viel Spaß gemacht und ich freue mich, dass es so gut bei euch allen ankam!

Sturmtief Sabine: 

Mitte Februar zog das Sturmtief Sabine über Mitteleuropa hinweg, Flüge wurden zeitweise gecancelt, Straßen gesperrt und die deutsche Bahn hatte den Fernverkehr komplett eingestellt. Sabine wütete gerade mal wenige Tage in Deutschland und hinterließ zahlreiche Spuren.

Anschlag in Hanau:

Am 19. Februar erschoss ein Mann in Hanau neun Personen, anschließend seine Mutter und sich selbst. Die noch immer laufenden Ermittlungen gehen von einem rechtsextremen Motiv aus. Die Tat stieß in Deutschland erneut Debatten um die Verschärfung von Waffengesetzen und rechtsextreme Radikalisierung an. 

Hamsterkäufe:

Die Verbreitung des Corona-Virus wurde Anfang März als Pandemie eingestuft und – angestachelt durch die Medien – begannen Menschen weltweit mit Hamsterkäufen. Besonders Nudeln, Konserven, Hefe und Klopapier waren in Deutschland gefragt. In unserem Einkaufsmarkt um die Ecke hatten wir tatsächlich Glück, dort hat man sehr früh Maßnahmen ergriffen und keiner hat sich ums Klopapier gekloppt.

Kontaktbeschränkungen:

In ganz Deutschland wurden Kontaktbeschränkungen verhängt, Kitas und Schulen mussten schließen, öffentliche Veranstaltungen wurden abgesagt, viele Menschen arbeiteten im Home-Office oder in Kurzarbeit. Deutschlandweit bildeten sich spontane Nachbarschaftsdienste, um die Versorgung von Risikopatienten zu sichern. 

George Floyd

Am 25. Mai 2020 wurde der US-Amerikaner George Floyd durch eine gewaltsame Festnahme eines Polizisten getötet. Das Video schockierte Menschen weltweit und löste eine Welle an Protesten gegen Rassismus und willkürliche Polizeigewalt aus. Auch in Köln wurde demonstriert, Kisu und ich standen mit Mundschutz Maske und Abstand mitten drin. Wir waren überwältigt von den Gefühlen und konnten den Zusammenhalt der Menge regelrecht spüren. 

Ich bin zu tiefste erschrocken, verletzt und kann es nicht in Worte fassen, was Menschen erleiden müssen! Wir alle können gemeinsam den Kampf gegen Rassismus angehen indem wir zuhören, lernen, uns informieren, unsere Kinder aufklären, mit Freunden & Familie darüber sprechen, unsere Stimme erheben und das Thema ernst nehmen! #blacklivesmatter 

Fleischindustrie in der Kritik

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sinken rapide, als Brennpunkte zeichnen sich aber vermehrt Schlachthöfe ab. Die Pandemie bringt die katastrophalen Bedingungen der Fleischindustrie ans Tageslicht. Forderungen nach schärferen Kontrollen und verbesserten Arbeitsbedingungen werden immer lauter. 

Fazit:

Es ist manchmal nicht leicht, für all diese Dinge und noch viele weitere die richtigen Worte zu finden. Aber ich habe in den letzten sechs Monaten gelernt, dass Zuhören manchmal wichtiger ist als Reden. Und dass es Zeit braucht, um Dinge wirklich zu verstehen und sie dann besser zu machen. Ihr habt den Spruch in letzter Zeit bestimmt schon oft gehört: In jeder Krise steckt auch eine Chance. Die sollten wir im Rest von 2020 auch nutzen, um unsere Welt für alle ein Stückchen besser zu machen. 

Wie fühlt ihr euch? Was sagt ihr zum bisherigen Jahr 2020?
Lasst uns bei all dem eines nicht vergessen: Die Welt ist wundervoll! #togehter

Ciao Kakao

Ana
1 Comment
  1. Wow, Ana! Besser hätte man es nicht wiedergeben können! Du zeigst einem die wichtigen, ernsten Dinve und zeigst uns auf der anderen Seite aber auch das Positive daran. Mache weiter so! Ich feiere dich genau dafür!
    LG

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